Der Wahingtoner Zeitungsjournalist Cal McAffrey (
Russell Crowe,
"Gladiator") sitzt zwischen den Stühlen. Nachdem sein alter Kumpel, der Kongressabgeordnete Stephen Collins (
Ben Affleck – ach, hätte er doch nie
"Pearl Harbour" gedreht) auf ebenso mysteriöse wie tragische Weise eine Mitarbeiterin verliert, ist der Reporter zwischen seiner Loyalität und seinem Instinkt hin und her gerissen. Hatte sein guter Freund eine Affäre? Ist der Politiker in einen Skandal verstrickt? Was hat der Tod eines Gelegenheitsdiebes am selben Tag mir der Geschichte zu tun? Und was weiß Nachwuchs-Kollegin Della Frye (
Rachel McAdams,
"Die Hochzeits-Crasher")?
Wenn Sie gerade ein Déjà-vu haben, haben Sie vermutlich vor einigen Monaten auf "arte" den Mehrteiler "Mord auf Seite eins" gesehen. "State Of Play" ist das US-Kinoremake der (im Original gleichnamigen) britischen TV-Miniserie, die von Kritikern und Publikum zu Recht hochgelobt wurde (und Regisseur David Yates einen lukrativen Job bei "Harry Potter" verschaffte). Nun also dieses von Kevin Macdonald (
"The Last King Of Scotland") routiniert inszenierte Remake...
Von London nach Washington verlegt wurden die sechs Fernsehstunden auf Kinolänge zusammengeschrumpft – und das klappt sogar einigermaßen gut. Von der komplexen Story des raffinierten Polit-Thrillers ist auf der Leinwand erstaunlich viel übrig geblieben, nur die Charaktere mussten Federn lassen. Crowe, Affleck und McAdams spielen solide – doch ihren Figuren fehlt es im Vergleich zum Original an Tiefe und britischem Charme. An letzterem kann auch Helen Mirren (
"Die Queen") nicht viel ändern, die als Brit-Referenz von
Bill Nighy die Rolle des Redaktions-Chefs übernahm.
Trotzdem: Gute Krimis sind im Kino seltener als im Fernsehen – und wer auf große Leinwand Lust hat, kann sich "State Of Play" guten Gewissens ansehen. Alle anderen besorgen sich mit ausreichender Fremdsprachenkenntnis die britische Serien-DVD oder warten auf die nächste TV-Wiederholung.