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Cinema Jenin - Plakat zum Film

CINEMA JENIN

("Cinema Jenin")
(D/IL, 2012)

Regie: Marcus Vetter, Aleksei Bakri
Film-Länge: 106 Min.
 
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 Kino-Start:
 28.06.2012

 DVD/Blu-ray-Start:
 04.01.2013

 Free-TV-Start:
 24.11.2013

"Cinema Jenin" - Handlung und Infos zum Film:


Kann ein Kino die Welt besser machen? Diese Frage stellten sich die Protagonisten dieses Films erst gar nicht. Sie waren von Anfang an davon überzeugt. Ismael Khatib und Marcus Vetter beschlossen gleich das "Cinema Jenin" im gleichnamigen Ort, der mit seinem Flüchtlingslager als Terrorhochburg galt, aus der die meisten Selbstmordattentäter kamen, wieder aufzubauen.

Kennengelernt hatten sich die beiden bei Marcus Vetters Film "Das Herz von Jenin", der die Geschichte von Ismael Khatib erzählt. Seinen 11jährigen Sohn Ahmed traf im Flüchtlingslager von Jenin im Norden des Palästinensergebietes 2005 eine tödliche Kugel der israelischen Armee. Ismail Khatib entschloss sich, auf Rache zu verzichten und die inneren Organe seines Sohnes israelischen Kindern zu spenden. Damit wollte er die Spirale des Hasses brechen.

"Das Herz von Jening", gedreht 2008, gewann zahlreiche Preise unter anderem 2010 den Deutschen Filmpreis für den Besten Dokumentarfilm und war ein großer Publikumserfolg. Er brachte Ismael Khatib und Marcus Vetter auf eine Idee. Wie wäre es, das verrottete Kino "Cinema Jenin", das 1987 geschlossen worden war, wiederaufzubauen und zu einem kulturellen Zentrum von Jenin zu entwickeln.

Als einen der Unterstützer gewann man das deutsche Auswärtige Amt, damals noch unter Dr. Frank-Walter Steinmeier. Parallel zum Wiederaufbau begann Marcus Vetter jedes Detail der Arbeiten und auch die schwierigen Verhandlungen mit den Altbesitzern zu dokumentieren. Vetter und Khatib sicherten sich auch die Unterstützung der Palästinensischen Autonomiebehörde. Das Projekt sollte schließlich nicht nur endlich wieder ein Kino nach Jenin bringen. Das angeschlossene Kulturzentrum mit Workshops für Jugendliche sollte diese auch von der Straße bringen. Doch schon die praktische Sozialarbeit des Unterstützerkreises, der bald auf 100 Freiwillige anschwoll, bewirkte etwas. Marcus Vetters Dokumentarfilm begleitet die Entstehung des Kinos gewissermaßen als "teilnehmende Beobachtung".

Die Grenzen zwischen den Fortschritten des Projekts und der Geschichte ihrer Protagonisten sind fließend, da Vetter zugleich Regisseur und Projektleiter war. Dadurch ist der Betrachter stets "nah dran" am Geschehen. Man fiebert mit den Fortschritten des Projekts mit und wird auch mit den Hindernissen und Konflikten konfrontiert. Die Alteigentümer, die das Kino hatten verrotten lassen, wittern plötzlich wieder Geld und Einfluss. Manche Szenen wirken wie eine Mischung aus Abenteuer und Jungsstreich. Zugleich erlaubt der Film einen tiefen Einblick in das Innenleben der palästinensischen Stadt, deren Bewohner Friedensinitiativen zutiefst misstrauen und auch eher auf ein Filmprogramm mit ägyptischen Seifenopern hoffen, als auf kritische Dokumentarfilme mit einer Friedensbotschaft.

Aus einer schweren Finanzkrise des Projektes half Roger Waters, der Begründer der legendären Rockgruppe "Pink Floyd". In nur einer Woche flossen 90.000 Euro frisches Geld als Unterstützung ins Projekt. Dennoch blieb das "Cinema Jenin" bis heute unterfinanziert. Marcus Vetters Film zeigt auch, wie schwierig regierungsunabhängige kulturelle Friedensprojekte zu finanzieren und praktisch umzusetzen sind. Und welches nimmermüdes Engagement notwendig ist, um trotzdem erfolgreich zu sein.

Durch die plötzliche Ermordung des Leiters des "Freedom Theatres" Juliano Mer-Khamis, der zu den Unterstützern des "Cinema-Jenin"-Projekts gehörte, geriet das Projekt vorübergehend in Gefahr und auch die Unterstützer gerieten in ernste Konflikte. Frieden oder Freiheit so hieß bei manchem die Alternative. Auch diese gefährlichen Untiefen wurden umschifft und der Film lässt diese Tage der Gefährdung nicht aus. Doch am Ende ist die Freude groß, als im August 2010 das Kino mit einem dreitätigen Fest feierlich wiedereröffnet wurde. Sogar der damalige palästinensische Ministerpräsident Salam Fayyad kam zur Festveranstaltung. Beim Filmfest München im Juni 2011 wurde „Cinema Jenin“ – das Projekt und der Film - mit dem Bernhard-Wicki-Preis "Die Brücke" ausgezeichnet. Der ehemalige Außenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier hielt die Laudatio. In dieser einzigartigen Dokumentation von Marcus Vetter kann man nachvollziehen wie dieses ungewöhnliche Friedensprojekt zum Erfolg wurde.

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 31.01.2019


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