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Der Hobbit: Smaugs Einöde - Plakat zum Film

DER HOBBIT: SMAUGS EINöDE

("Hobbit, The: The Desolation Of Smaug")
(USA, 2013)

Regie: Peter Jackson
Film-Länge: 161 Min.
 
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 Kino-Start:
 12.12.2013

 DVD/Blu-ray-Start:
 13.11.2014

 Pay-TV-Start:
 28.09.2014

 Free-TV-Start:
 25.12.2015

"Der Hobbit: Smaugs Einöde" - Handlung und Infos zum Film:


Und weiter geht’s: Hobbit Bilbo (Martin Freeman) und der Zwergentrupp um Königserbe Thorin Eichenschild (Richard Armitage) sind immer noch auf dem Weg zum "Einsamen Berg", wo Drache Smaug (im Original gesprochen von "Sherlock" Benedict Cumberbatch) ihren Goldschatz unter Beschlag hält. Es warten unterwegs: ein Werbär, riesige Spinnen, kämpferische Elben, die Bewohner einer Wasserstadt und jede Menge Ork...

Der Auftakt zur "Herr der Ringe"-Prequel-Trilogie ("Eine unerwartete Reise") stieß vergangenes Jahr auf eher geteiltes Echo – auch weil Story und Handlungsorte wenig Neues boten. Nachdem Auenland und Bruchtal geschafft sind, kann Regisseur Peter Jackson jetzt endlich wieder frische Teile Mittelerdes erkunden und sein Publikum in Staunen versetzen. Dabei fackelt er diesmal auch nicht so lange. Nach einem kurzen Epilog geht es kopfüber zurück in die Story, und ein rasantes Setpiece jagt das nächste. Absolutes Highlight: Eine meisterhaft choreographierte, (mit)reißende Flussfahrt, die mit ziemlicher Sicherheit demnächst als Wildwasser-Attraktion in irgendeinem Movie-Park nachgebaut wird.

Jackson gönnt seiner Reisegruppe kaum eine ruhige Minute. Erstaunlich, dass er es dennoch schafft, zumindest einigen der Zwerge diesmal ein wenig mehr Charakter zu verleihen: Chef Thorin offenbart seine zwielichtige Seite, der weißbärtige Balin (Ken Scott) vertritt in Sachen Altersweisheit Zauberer Gandalf (Ian McKellen schägt währenddessen in einer Nebenhandlung den Bogen zur "Ringe"-Trilogie), und der einzig knollennnasenfreie Kili (Aidan Turner) darf zeigen, dass Zwerge auch eine romantische Ader haben. Eigens dafür in Tolkiens ursprünglich weitgehend frauenfreie Welt geschrieben wurde Elbenkriegerin Tauriel (Evangeline Lilly, die Kate aus "Lost"), auf die natürlich auch ihr Artgenosse Legolas (der im Buch ebenfalls nicht vorkommt, hier aber wieder von Orlando Bloom gespielt wird) ein Auge geworfen hat. Das könnte alles wie gewollter Füllstoff wirken, um die knapp 300 Seiten der Romanvorlage auf Trilogie-Länge zu strecken, funktioniert aber überraschend gut. Genau wie Drache Smaug: Um die CGI-Kreatur wurde viel Geheimniskrämerei betrieben – das Ergebnis ist auf der Leinwand nun mehr als ansehnlich.

Pralle zweieinhalb Kinostunden also – nur eins fehlt diesem Abschnitt der Mittelerde-Saga: Ein Ende. Während alle anderen Teile der Tolkien-Verfilmungen über einen eigenen dramaturgischen Bogen verfügten (gewonnene Schlachten oder gewonnene Charaktereigenschaften), ist diesmal einfach mit einem Cliffhanger Schluss. Bis nächstes Jahr!

Fazit: Nach dem gemächlichen Auftakt, geht "Der Hobbit" in die Vollen. Atemloses Spektakel zum Staunen und Mitfiebern.


... soweit die Besprechung unseres Kollegen Martin Günther.

Simone von der Forst hatte anlässlich der Europa-Premiere in Berlin auch Gelegenheit, mit einigen der Stars des Films zu sprechen:

Der Egoist ohne Schuhe...

Zur Premiere von "Smaugs Einöde" in Berlin hat sich "Warner Brothers" selbst übertroffen: Vor dem Sony Center könnte der Rote Teppich kaum imposanter sein. Aus einem riesigen Berg Goldmünzen schaut der Kopf des Drachens mit leuchtenden orange-roten Augen hervor. Die Fans kampieren nächtelang unter Aludecken, um einen Blick auf die Crew zu erhaschen, die für die Premiere angereist ist. Zum Interview vorab erscheint Regisseur Peter Jackson im gewohnten Outfit: Zerknittertes Hemd, olle Bundfaltenhose und – natürlich – ohne Schuhe. "Ich mag grundsätzlich keine Schuhe, ich fühle mich einfach nicht wohl darin. Obwohl – heute Abend auf der Premiere werde ich wohl welche anziehen – bei der Kälte. Ich bin nicht total bescheuert", erklärt der "Oscar"-Preisträger augenzwinkernd im Moviemaster®-Interview. Auch um die Fans macht er sich etwas sorgen: "Ich hoffe bloß, dass die warm genug angezogen sind. Ich würde mich wirklich schlecht fühlen, wenn sie sich erkälten oder eine Lungenentzündung bekommen." Was diese dagegen von seinem Film halten – darüber macht sich Jackson weniger Gedanken. Er mache die Filme nicht für die Fans, erklärt er. "Da habe ich eine etwas selbstbezogene Perspektive. Man kann keine Filme für Fans machen. Es gibt so viele und jeder hat eine andere Meinung. Es wird immer Leute geben, die das lieben, was Du machst, und andere, die es hassen. Das sind letztlich nicht die Leute, für die man die Filme macht. Man macht sie für sich selbst. ICH bin ein Fan und ICH liebe Filme." Man merkt es ihm an. Jackson ist zwar nicht gerade der Typ, der leidenschaftlich wirkt, aber, dass er – wie Richard Armitage berichtet – oft nur zwei Stunden schläft, während er dreht, macht ihm überhaupt nichts aus. "Egal wie hart es ist. Ich mache, wovon ich als Kind geträumt habe. Genau das, wovon ich geträumt habe, als ich sieben Jahre alt war und mit einer kleinen Home Movie-Kamera meiner Eltern im Garten, als ich Monster- und Fantasy-Filme gemacht habe. Ich bin der glücklichste Kerl der Welt. Schlaf ist nicht wichtig. Irgendwann kann ich so lange schlafen, wie ich will."

Spezialprobleme mit Zwergenhänden?

Für Jackson zu arbeiten erfordert also offensichtlich großes Durchhaltevermögen und einen gewissen Hang zum Masochismus. So erklärt Thorin-Darsteller Richard Armitage, dass ihm bei den Dreharbeiten vor allem seine vier Monate beim Zirkus vor seiner Schauspiel-Ausbildung geholfen haben. Vor allem für das Durchhaltevermögen an den langen Drehtagen. "Das war natürlich viel körperliche Arbeit. So arbeitet Pete eben. Du sitzt um 4 Uhr 30 morgens in der Maske und Du verlässt den Set so um 8 Uhr am Abend. Ziehst Dich um, isst, gehst schlafen und fängst wieder von vorne an." Aber es ist nicht nur die Zirkusarbeit, die Armitage auf Jacksons Abenteuer vorbereitet hat. Neben seiner Schauspiel-Ausbildung sei es jeder Job gewesen, den er je gemacht habe. Man könne einfach alles brauchen. "Egal, ob es Reiten oder Kämpfen mit dem Schwert war – sogar Tauchen war nützlich – für einige der Szenen in den Holzfässern im Wasser." Die heftige Action in Smaugs Einöde war für den 1,88 Meter großen Zwergenkönig allerdings nicht die einzige Herausforderung. Wichtiger als die Erwartungen der Fans zu erfüllen war es ihm, Tolkiens Beschreibung Thorins als einem der größten Krieger in Mittelerde gerecht zu werden. "Dass darzustellen ist wirklich eine große Aufgabe. Wie werde ich dieser große Krieger? Ich musste das wirklich körperlich werden. Das bedeutet, körperlich an einen Punkt zu gelangen, an dem man noch nie gewesen ist. Das heißt, es gab Blut, Schweiß und Tränen beim Ende des Drehs. Ich hab wirklich gedacht, ich werde auf einer Trage weggebracht. Ich weiß, es klingt übertrieben, aber in diesen letzten drei Wochen bin ich nur noch aus dem Bett gekrochen. Mein Körper hat so weh getan. Und das, weil er (Peter Jackson) immer noch mehr verlangt und gepusht hat. Es ist das beste Gefühl der Welt, wenn man das dann liefern kann." Da fragt man sich, wie Armitage es geschafft hat, nach dem Drehen noch ins Fitnessstudio zu gehen, um sein Level zu halten und dadurch noch später ins Bett zu kommen. Der Engländer sagt, er habe versucht, das Beste aus allem zu machen. Die zweieinhalb Stunden in der Maske nutzte er zum Beispiel, um sich auch innerlich in Thorin Eichenschild zu verwandeln, u.a. mit einer speziell zusammengestellten Musikauswahl auf den Ohren – genaues über die Playlist verrät er nicht, außer, dass es eine sehr verrückte Mischung war und zum Beispiel "Black Sabbath" beinhaltete. Um ganz zu Thorin Eichenschild zu werden, bekam Armitage neben der Maske im Gesicht und langer Haare wie alle Zwerge auch neue Hände mit kurzen, knubbeligen Fingern verpasst. "Wenn wir über etwas Ätzendes sprechen wollen: Das mit den Händen war richtig fies. Da muss ich ehrlich sein." Dabei geht es ihm nicht nur darum, dass einem körperlich extrem heiß wird, wenn die Pulsadern mit einer Kunststoffmasse überklebt werden. Mit einem sehr zweideutigen Grinsen erklärt Armitage: "Auf die Toilette zu gehen, war so ein extrem enttäuschendes Erlebnis, wie man es sich nur vorstellen kann... herumtastend und wirklich enttäuschend." Auf die Frage, ob ihm nicht jemand hätte mit dem "Kostüm" helfen können, wie zum Beispiel bei Spider Man wird aus Armitages' Grinsen ein Lachen. "Also, das Angebot gab es immer. Aber das war nun wirklich was, mit dem ich lieber alleine fertig werden wollte."

Teure Späße verboten

Den Interviews mit den Darstellern aus Jacksons zweitem Hobbit-Epos merkt man an, dass die Stimmung am Set trotz aller Strapazen offensichtlich gut war. Allerdings berichtet Hobbit Martin Freeman, dass es so gut wie keine komischen Versprecher oder gar Streiche am Set gab. "Vermutlich weil es so scheißlange gedauert hat, bis das Set wieder neu hergerichtet war. Die Idee, dass man mit dem Wiederaufbauen eindreiviertel Jahre braucht, um Take 2 zu machen, weil man es vergeigt hat. Das macht man dann einfach nicht. Das kostet ja dann 40 Millionen, wenn man alles auf Anfang setzen muss." Trotzdem hat Freeman es sich nicht immer nehmen lassen, Kollegen auf den Arm zu nehmen. "Mit Fili und Kili hab ich das immer versucht – Aiden und Dean. Das ist so einfach, wie einem Baby Süßigkeiten wegzunehmen. Du wartest, bis Du nicht mehr im Bild bist, schneidest eine Grimasse und das war's mit den beiden. Und Aiden versucht auch gar nicht, sich unter Kontrolle zu halten wie viele andere Schauspieler dann. Der lacht einfach los. Da gibt es dann einfach ein paar Szenen, wo man ihn im Hintergrund lachen sehen könnte, egal was sich an Handlung gerade abspielt." Generell sieht Freeman seinen Hobbit aber nicht als komische Figur. Was man im Film klar erkennen kann, nämlich dass sich Bilbo Beutlin weiterentwickelt hat und gereift ist, das war auch ihm wichtig. "Er ist ja in dieser "Fisch ohne Wasser"-Situation. Als jemand, der nicht abenteuerlustig oder gewalttätig ist. Das ist an sich schon sehr lustig. Aber ich habe Pete immer danach gefragt, wann ich ernster werden kann. Ich wollte es einfach etwas komplexer gestalten, mit etwas mehr Schichten. Statt immer nur verängstigt und ungläubig auf alles um mich herum zu blicken." Was ihm auch wirklich gut gelungen ist. Beängstigend findet der Privatmann Freeman dagegen seine extrem gestiegene Berühmtheit. Für den Beruf des Schauspielers findet er sie sogar gefährlich. "Je mehr du dich von der Welt zurückziehen musst, die ja sozusagen das Ursprungsmaterial ist, desto mehr fängst du damit an, Dinge wiederaufzunehmen, die du sowieso schon machst. Du kannst dir das nicht mehr holen, indem du dich drei Stunden in ein Café setzt und Leute beobachtest. Das geht nicht mehr, so lange lässt man dich nicht mehr in Ruhe. Also ist die Herausforderung, nicht zu vergessen, warum man mal Schauspieler geworden ist. Deine Fähigkeiten, deine Technik und die Kunst."

Apropos Angst...

Mit ganz anderen Schwierigkeiten hat es Evangeline Lilly zu tun, die die Waldelben-Frau Tauriel spielt. Eine Figur, die Jackson für seine Trilogie hinzu gedichtet und so enorm viel Kritik hervorgerufen hat. Lily, die durch die Serie "Lost" auch physisch durch eine harte "Schauspiel-Schule" gegangen ist, sieht das allerdings extrem gelassen. "Ich könnte dazu sooo viel sagen. Aber einer der wichtigsten Punkte ist wohl, dass ich viel, viel lieber der Mittelpunkt einer Kontroverse bin als eine Figur am Rande, über die keiner spricht." Also kämpft sie als Elbin mit Verve - und das so erfolgreich, dass sie einem der Stuntmen ein blaues Auge verpasst hat. Was man dem Ex-Model im sexy enganliegenden schwarzen Kleid gar nicht zutraut. Überhaupt macht die Kanadierin einen sehr entspannten, selbstsicheren Eindruck. Sie gibt zu, dass sie sich gerne feminin und gefühlvoll zeigt. "Aber wenn sich gleichzeitig ein Kerl mit ein paar Shots auftaucht und glaubt, er kann mich unter den Tisch trinken, dann muss er sich auf was gefasst machen! Ich hab leider dieses unglückliche Bedürfnis, mich immer mit Männern messen zu müssen. Ich weiß nicht woher das kommt – vermutlich von meinem Vater." So hat sie natürlich – schon allein durch ihre Erfahrung bei den "Lost"-Dreharbeiten auf Hawaii keine Angst vor Spinnen. Weswegen sie eine der fiesesten Szenen des Films weit weniger schreckt als Macher Peter Jackson selbst, der im Interview seine ausgeprägte Spinnenphobie zugibt. Evangeline Lily erzählt sie lachend, dass sie die fast handtellergroßen Spinnen in Hawaii zum Schluss mit der bloßen Hand getötet hat. Was man sich bei einer ätherischen schönen Elbin wie Cate Blanchett kaum hätte vorstellen können. So versteht man auch Lilys Devise, sich bei ihrer Performance nicht an Liv Tylers Arwen oder Galadriel anzulehnen. Dafür habe sie zu großen Respekt vor den beiden Schauspielerinnen. So hat Peter Jackson offensichtlich auch bei dieser Figur und Besetzung ein gutes Händchen gehabt. Wie beim Rest von "Smaugs Einöde" - alles richtig gemacht.


Die Redaktions-Wertung:85 %

Autor/Bearbeitung: Martin Günther, Simone von der Forst

Update: 31.01.2019


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