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Der Junge muss an die frische Luft - Plakat zum Film

DER JUNGE MUSS AN DIE FRISCHE LUFT

(D, 2018)

Regie: Caroline Link
Film-Länge: 99 Min.
 
  


 Kino-Start:
 25.12.2018

"Der Junge muss an die frische Luft" - Handlung und Infos zum Film:


Ruhrgebiet in den 1970er-Jahren. Der kleine Hans-Peter (Julius Weckauf) wohnt zusammen mit seinen Eltern Margret (Luise Heyer) und Heinz (Sönke Möhring) sowie seinem Bruder Matthes (Jan Lindner) im Haus von "Omma" Bertha (Ursula Werner) und "Oppa" Hermann (Rudolf Kowalski) auf dem Land. Neugierig beobachtet er die Kundschaft im Lebensmittelladen seiner "Omma" Änne (Hedi Kriegeskotte).

Die Großfamilie trifft sich häufig zu Familienfeiern. Hans-Peter, wegen seines leichten Übergewichts zuweilen von Mitschülern gehänselt, lernt es früh, seine pummelige Erscheinung gezielt einzusetzen: Mit Parodien von Kunden, Schlagersängern oder TV-Figuren unterhält er die Onkel und Tanten und verbucht damit bereits große Lacherfolge. Schon bald träumt er davon, seinen Fernsehidolen nachzueifern und selbst im Fernsehen aufzutreten.

Nach dem Umzug in das Haus der Großeltern Änne und Willi in Recklinghausen darf Hans-Peter seine glückliche Kindheit im städtischen Milieu fortsetzen. Er wird von seiner Mutter durch den Garten gejagt, lernt reiten und freundet sich platonisch mit seiner Mitschülerin Sabine (Finja Junietz) an. Während des Karnevals besteht Hans-Peter darauf, sich als Prinzessin zu verkleiden, wofür ihm Tante Gertrud eigens ein Kostüm schneidern muss, weil sich für seine Figur kein passendes findet. Bei der folgenden Feier im Familienkreis gibt Tante Annemarie (Evi Verena Müller) ein Lied von Zarah Leander zum Besten, was Hans-Peter nachhaltig beeindruckt.

Hans-Peters Vater ist als Schreiner oft beruflich unterwegs, während sich Mutter Margret um ihre beiden Söhne und den Haushalt kümmert. Die Nervosität seiner Mutter bekommt auch Hans-Peter zu spüren – wegen einer chronischen Kieferhöhlenentzündung muss sie sich einer Operation unterziehen. Der Eingriff hat Folgen: Sie verliert dadurch ihren Geruchs- und Geschmackssinn. Dies und der Alltagsstress treiben sie zunehmend in die Depression.

Wenn seine Mutter sauer auf ihn ist, weil er wieder etwas angestellt hat, flüchtet sich Hans-Peter stets in die Arme seiner gutmütigen Großeltern. Oma Änne prophezeit ihm kurz vor ihrem Tod eine große Zukunft: Er wird berühmt werden. Die Verwandten nehmen Anteil, als sich Mutter Margrets Zustand verschlechtert. Hans-Peters Vater ist verzweifelt, weil sie sich unter keinen Umständen psychologisch behandeln lassen will. Hans-Peter gelingt es gelegentlich, sie mit komischen Einlagen und Schlagern aufzuheitern.

Nach einem zweiwöchigen Ferienausflug mit Opa Willi ins Salzburger Land kehrt Hans-Peter zurück und merkt, dass es seiner Mutter nach wie vor sehr schlecht geht. Eines Abends erlaubt sie ihm, lange aufzubleiben und allein fernzusehen, während sie früh zu Bett geht. Später legt sich Hans-Peter beunruhigt zu seiner schlafenden Mutter und horcht die Nacht hindurch irritiert und alarmiert auf ihre ungewöhnlichen Atemgeräusche. Als frühmorgens der Vater von der Arbeit nach Hause kommt, wird deutlich, dass die Mutter mit Schlaftabletten einen Selbstmordversuch unternommen hat. Sie kehrt nicht aus dem Krankenhaus zurück.

Für Hans-Peter wird ihre Beerdigung zu einer schier unerträglichen emotionalen Prüfung. Oma Bertha und Opa Hermann erklären sich bereit, zu Heinz und seinen Söhnen nach Recklinghausen zu ziehen und sich um die beiden Jungen zu kümmern.

Dennoch ist Hans-Peter zu bedrückt, um in dem von seiner Klasse aufgeführten Theaterstück aufzutreten – für ihn wäre die Hauptrolle eigentlich ein Selbstgänger. Sein Unternehmungsgeist erwacht erst wieder, als das Jugendamt sich einschaltet, um festzustellen, ob seine recht betagten Großeltern nicht schon zu gebrechlich sind, um für ihn zu sorgen. Die von Hans-Peter geschickt inszenierte "Familienpräsentation" überzeugt die Frau vom Amt vollkommen davon, dass Hans-Peter durchaus in guten, robusten Händen geborgen ist. Jedenfalls geht Oma Bertha bald darauf entschieden dazwischen, als Tante Gertrud (Elena Uhlig) Hans-Peters Vater Heinz noch während des Trauerjahres mit der heiratswilligen Frau Kolossa (Diana Amft) verkuppeln will.

Allmählich beherzigt Hans-Peter Opa Willis Weisheit, dass "das Leben doch irgendwie weitergehen muss" – sein Lebensmut kehrt zurück: Da alle großen Rollen in dem Schulstück bereits vergeben sind, akzeptiert Hans-Peter eine winzige Nebenrolle und verwandelt sie in einen begeistert aufgenommenen Auftritt. Daraufhin schreibt er einen Brief an Loriot und bewirbt sich um die Dicki-Hoppenstedt-Rolle in dessen Sketch "Weihnachten bei den Hoppenstedts". Auch wenn er als Antwort eine erste Absage bekommt - die Weichen für seine Karriere sind gestellt...

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 10.12.2018


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