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Die Klasse - Plakat zum Film

DIE KLASSE

("Entre les murs")
(F, 2008)

Regie: Laurent Cantet
Film-Länge: 128 Min.
 
"Die Klasse" auf DVD bestellen
DVD:  8.99 EUR
  


 Kino-Start:
 15.01.2009

 DVD/Blu-ray-Start:
 02.07.2009

 Free-TV-Start:
 22.08.2010

"Die Klasse" - Handlung und Infos zum Film:


Anfang des Schuljahres in Paris: Die Lehrer begrüßen und stellen sich vor, die meisten sind schon einige Jahre an der Mittelschule. Manche haben resigniert, andere sind mit Elan dabei, wie Französischlehrer François (Francois Begaudeau). Seine Schüler der 7. Klasse rangeln sich erst einmal um die Plätze, bevor Ruhe einkehrt. François drängt sie, sich zu beeilen, er möchte eine ganze Stunde Unterricht abhalten und zählt auf, wie viel Zeit jedes Mal unnötig verplempert wird. Und schon kommen die ersten Widerworte von Khoumba (Rachel Regulier) und ihre Banknachbarin Esmeralda (Esmeralda Ouertani) weigert sich gar, ihren Namen auf einen Zettel zu schreiben und vor sich aufzustellen. Sie will nur mitmachen, wenn auch er seinen Namen schreibt. Also kritzelt der Lehrer "Monsieur Marin" an die Tafel, was die Kids zu Witzen hinreißt. Konzentration? Nein danke!

Im Unterricht geht es um die Erklärung von Worten wie "Herablassung", "spirituell" oder einen Satz wie "Der Groschen ist gefallen". Die Schüler machen mit, nur Souleymane (Franck Keïta) aus Mali hat Null Bock auf Mitschreiben, ist zu faul Papier und Stift auszupacken und demonstriert Coolness. Währenddessen Esmeralda, mit tunesischen Wurzeln, sich in einer Diskussion über die Qualität von Cheeseburgern darüber ärgert, dass François amerikanische Namen wie Bill einsetzt und nie Namen wie Rachid oder Aissata oder Ahmed, Namen die sie und die anderen aus ihrem sozialen Umfeld kennen. Außerdem weist sie darauf hin, nicht unbedingt stolz auf ihre französische Staatsbürgerschaft zu sein. In den Pausen toben alle herum und vergessen den Schulstress. Kids, wie alle anderen.

Schwierig wird es, als François ihnen die nicht ganz einfachen französischen Vergangenheitszeiten beibringen will. Sie fragen sich, wofür sie das brauchen. In diesen altmodischen Grammatikformen redet doch kein Mensch. Vor allem die beiden Mädchen Esmeralda und Khoumba machen sich lustig über seine Bemühungen, äffen ihn nach. Auch andere Schüler und Schülerinnen mischen sich ein. Anjelica (Angelica Sancio) fragt geradeaus, wann er denn jemand habe so künstlich sprechen hören. Um Ruhe in die Diskussion zu bringen, gibt François zu, dass viele Snobs diese Sprache benutzen, manierierte Leute. Boubacar (Boubacar Toure) meldet sich und behauptet, Souleymane würde unbedingt etwas sagen wollen, fast prügeln sich die beiden. Dann rückt Souleymane heraus: "Ich habe gehört, dass sie Männer mögen". Die Klasse johlt, François lässt sich nichts anmerken und versucht ihn mit Nachfragen zu verunsichern und auch klarzumachen, dass Homosexualität nichts Schlechtes ist. Zum Abschluss erklärt er, er sei nicht homosexuell. Dann geht`s weiter mit dem Konjunktiv Imperfekt. Khoumba und Souleymane sticheln gegeneinander, niemand hört mehr so richtig dem Lehrer zu. Aber François lässt nicht locker, er will ihnen etwas beibringen, fühlt Verantwortung.

Auf dem Stundenplan steht das "Tagebuch der Anne Frank". Khoumba will nicht lesen, hat schlicht und einfach keine Lust dazu. François verliert den Geduldsfaden, ein Wort gibt das andere, Khoumba wird immer aufsässiger. Esmeralda springt ein und liest den Text. François schlägt vor, dass alle ein Selbstporträt von sich schreiben. Eine Idee, die nicht alle unbedingt gut finden. Was sollen sie schon groß erzählen: "Wir gehen zur Schule, wir gehen nach Hause, wir essen, wir schlafen", so eine Schülerin. Es entspinnt sich eine heiße Diskussion über das was intim ist, mentale, kulturelle und soziale Unterschiede treten zu Tage. Bis zur nächsten Woche sollen sie das Selbstporträt anfertigen, ihre Persönlichkeiten beschreiben und vor der Klasse vorlesen. Nach der Unterrichtsstunde kommt es zum Krach zwischen Khoumba und dem Lehrer, der ihr eigentlich nur helfen will, aber mit seinem Ansinnen auf Widerstand stößt. Sie will einfach kein Kind mehr sein. Für ihr freches Verhalten verlangt er eine Entschuldigung, die sie nur unwillig von sich gibt und auch nicht ernst meint. Er lässt sie die Entschuldigung einige Male wiederholen, bis ihm der Ton passt. Überzeugen kann er sie nicht. Um Disziplin zu schaffen, überlegen sich die Lehrer bei ihrem Routinetreffen, ein Punktesystem einzuführen, verwerfen den Plan dann wieder, weil sie sich nicht darüber einigen können. Ein viel größeres "Problem" gilt es zu lösen: Den Preis einer Tasse Kaffee und die mögliche Neuanschaffung einer Kaffeemaschine.

Es ist der Tag, an dem die Schüler ihre Selbstporträts vorlesen sollen. Khoumba grollt noch vor sich hin, fühlt sich nicht respektiert und entscheidet, vorerst nicht mehr mit dem Lehrer zu sprechen. Als erste liest Esmeralda ihren Text vor. Sie möchte Polizistin oder Rapperin werden. Der sehr fleißige Chinese Wie (Wei Huang) berichtet von zu Hause und dass er Videospiele liebt, wenig ausgeht und allergisch ist. Das Lob vom Lehrer bringt die anderen gegen ihn auf. Nach einigem Drängen liest auch Rabah (Rabah Nait Oufella) sein Selbstporträt, er mag sein Dorf in der Kabylei, Musik, Rap, Slam und natürlich Fußball und Zidane. Dass er unterschlägt, Sex, Frauen und Dekolletés zu lieben, bringt die anderen zum kreischen und lachen. Die Klasse tobt. Nur Souleymane schert wieder aus, er hat nichts geschrieben, außer einem kurzen Satz, dass er eben nichts über sich zu erzählen hat. Der Rest der Klasse klatscht Beifall, bewundert seine forsche Art. Zwischen ihm und Esmeralda fliegen die Fetzen bis zur persönlichen Beleidigung des Mädchens. Unterschwellig geht es auch um eine Auseinandersetzung um Religion und den Koran, auf den ein Tattoo auf Souleymanes Arm hinweist. Mitten in der Diskussion kommt der Direktor (Jean-Michel Simonet) und stellt einen neuen Schüler vor, den von einer anderen Schule relegierten Carl (Carl Nanor). Der macht auf ganz sanft und darf neben Esmeralda die Bank drücken, François bietet ihm unter vier Augen Hilfe zur Eingewöhnung an und verteilt die Aufgabe, bis zum nächsten Montag die Selbstporträts noch einmal zu überarbeiten und zu verfeinern…

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 31.01.2019


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