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Höhere Gewalt - Plakat zum Film

HöHERE GEWALT

("Turist")
(S/D/F, 2014)

Regie: Ruben Östlund
Film-Länge: 118 Min.
 
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 Kino-Start:
 20.11.2014

 DVD/Blu-ray-Start:
 24.04.2015

 Free-TV-Start:
 29.05.2017

"Höhere Gewalt" - Handlung und Infos zum Film:


Ein Skigebiet in den französischen Alpen. "Eins, zwei, eins, zwei. Lächeln! Sehr gut." Eine junge schwedische Familie posiert im Schnee für den Fotografen: Tomas (Johannes Bah Kuhnke), der Vater, Ebba (Lisa Loven Kongsli), die Mutter, Vera (Clara Wettergren), die Tochter und Harry (Vincent Wettergren), der kleine Sohn. "Wir sind hierhergekommen, weil Tomas zu viel arbeitet. Die fünf Tage gehören ganz der Familie." erklärt Ebba der schwedischen Touristin, die sie gerade in der Hotellobby kennengelernt hat.

Am zweiten Tag gönnt sich die Familie ein Essen auf der Restaurantterrasse mit dem großartigen Alpenpanorama. Plötzlich hört man eine Explosion in den Bergen. Eine Lawine rast ins Tal: "Ist das sicher?", fragt Ebba. "Ja, die wissen genau, was sie tun!", antwortet ihr Mann. Aber dann kommen die Schneemassen immer schneller auf die Terrasse zu. Die Kinder schreien nach ihrem Vater, Ebba beugt sich schützend über sie, während um sie herum die Gäste panisch die Flucht ergreifen. Tomas vorneweg. An seine Skihandschuhe und sein Smartphone hat er noch gedacht, doch dann sucht er ohne seine Familie das Weite.

Der aufgewirbelte Schnee sinkt langsam und es wird deutlich, dass die Lawine kurz vor der Terrasse stehen geblieben ist. Als Tomas zurück an den Tisch kommt, herrscht betretenes Schweigen. Er versucht die Situation zu überspielen und so zu tun als sei nichts gewesen. Zurück im Hotel wollen sich Ebba und Tomas auf dem Flur abseits von ihren Kindern aussprechen, finden aber keine Worte.

Am Abend trinken sie mit einem anderen Paar ein Glas Wein und Tomas erzählt von ihrem Erlebnis mit der Lawine. Ebba kichert verkrampft und ergänzt: "Er ist vor Angst vom Tisch weggerannt." Tomas streitet es ab; in dem Punkt hätten die beiden eine ganz unterschiedliche Sicht der Dinge. Hinter seinem aufgesetzten Lachen wird merklich die Anspannung deutlich. Keiner weiß, wie er mit Ebbas Offenbarung umgehen soll, Fremdscham und Verlegenheit machen sich breit.

Nachdem Ebba und Tomas die Kinder ins Bett gebracht haben, stehen sie wieder auf dem Flur des Skihotels: "Ich erkenne uns nicht mehr. Ich erkenne weder dich noch mich." Doch gleichzeitig beharrt Tomas auf seiner Sicht der Dinge. Ebba will eine gemeinsame Position finden, um mit der Sache abzuschließen und die Situation nicht eskalieren zu lassen und sie einigen sich darauf, dass die Lawine auf sie zukam und sie alle große Angst hatten, doch alles gut ausging. Tomas stimmt erleichtert zu, doch Ebba bleibt angespannt.

Am Morgen des dritten Tages erklärt Ebba ihrem Mann, sie wolle heute alleine Ski fahren. Danach trinkt sie ein Bier mit ihrer neuen Bekannten, die zwar verheiratet ist, ihren Urlaub aber abseits von Ihrer Familie mit täglich wechselnden Flirts verbringt. Die beiden unterhalten sich über offene Beziehungen, Treue und die Ehe und kommen recht bald zu ganz unterschiedlichen Standpunkten.

Während ihre neue Bekannte ihre Freiheiten genießt und keinen Widerspruch darin sieht, ihren Mann und ihre Familie zu lieben und sich trotzdem mit anderen Männern zu vergnügen, kann Ebba dies nicht nachvollziehen: "Findest du nicht auch, eine Beziehung, die man mit jemandem aufbaut, mit dem man verheiratet ist, Kinder hat, ein Haus, ist viel mehr wert, als eine Nacht mit Alberto Tomba in einem Hotel in Frankreich?"

Am Abend kommen Mats (Kristofer Hivju), ein alter Freund von Tomas, und Fanni (Fanni Metelius), seine viel jüngere Freundin zu Besuch. Als Fanni eine lange Geschichte erzählt, unterbricht Ebba sie abrupt: "Wir sind in eine Lawine geraten." Die Gesichter am Tisch sind auf groteske Weise angespannt. Ebba erzählt noch einmal die ganze Geschichte und besonders ihre Betroffenheit über Tomas Handeln. Alle schweigen betreten und hilflos. Tomas schaut wie ein geprügelter Hund. Für Ebba ist das Problem klar: "Ich kümmere mich instinktiv um unsere Kinder, Tomas läuft instinktiv von uns weg." Während Mats versucht Begründungen für das Handeln seines Freundes zu geben, beharrt Tomas wieder darauf, dass Ebba einfach alles anders wahrgenommen habe als er. Doch Ebba weiß, wie sie ihre Variante beweisen kann: Als die Lawine losging hatte Tomas dies mit seinem Handy gefilmt und somit auch seine Flucht.

Das Video von Tomas Handy bestätigt Ebbas Version. Abermals versucht Mats Tomas‘ Tat zu begründen: Man handle ja vollkommen instinktiv in einer solchen Situation und es sei auch viel klüger von Tomas gewesen, die Fluch zu ergreifen, um seine Familie später aus den Schneemassen befreien und retten zu können.

Wieder alleine mit Mats steigert Fanni den Streit zum Generationenkonflikt: sie wirft ihm vor, die Männer seines Alters würden instinktiv nur an sich selbst denken, die Männer ihrer Generation seien da schon viel weiter. Die halbe Nacht lässt die beiden das Thema nicht in Ruhe, vor allem Mats ist von Fannis Äußerung getroffen und kann nicht aufhören mit ihr darüber zu diskutieren. Am darauffolgenden Morgen treffen sich Tomas und Mats zum Tiefskifahren. Tomas möchte gerne mit Mats reden, doch fehlen ihm selbst gegenüber seinem Freund die passenden Worte. Mats empfiehlt ihm zu schreien, das habe bei ihm auch schon mehr geholfen als jede Therapie. Und so lässt sich Tomas in den Schnee fallen und schreit und flucht die einsamen Bergspitzen an.

Zurück im Hotel steht Tomas vor verschlossener Tür und macht sich auf die Suche nach Ebba, irrt jedoch lange erfolglos umher bis Ebba ihn endlich hinein lässt. Wieder trifft sich das Ehepaar auf dem Hotelflur. Tomas sitzt auf dem Boden und schluchzt. Ebba schaut mit einer Mischung aus Hilflosigkeit und Verachtung auf den Gefühlsausbruch. Sie glaubt ihm nicht, dass er wirklich weint. Hat er auch nicht, dafür gesteht er: "Der Mann, der ich bin, enttäuscht nicht nur dich, mich enttäuscht er auch. Ich hasse ihn. Und ich kann dem Kerl nicht verzeihen. Du bist hier nicht das einzige Opfer. Ich bin auch ein Opfer. Das Opfer meines eigenen Instinkts." Danach bricht es aus Tomas heraus, er kann nicht mehr aufhören zu schluchzen und zu schreien. Zurück im Zimmer versucht Ebba Tomas zu beruhigen. Doch er kauert jammernd auf dem Boden. Die beiden Kinder sind wach geworden und kommen hinzu. Sie legen sich beide auf den weinenden Tomas, umarmen ihn. Ebba entfernt sich. Zornig reißt Vera an ihrer Mutter, sie muss auch dazukommen und Tomas trösten. Schließlich legt sich Ebba auch noch zu Tomas und den Kindern.

Am letzten Tag sitzt die Familie wieder im Lift. Ebba etwas abseits, Tomas mit den Kindern. Oben angekommen haben sie keine Sicht. Tomas ermahnt sie, bei Nebel und Wind niemals auseinander zu gehen. Dann fahren in eine weiße Wand hinein. Als sich der Nebel ein wenig aufklärt, ist Tomas mit den Kindern alleine. Sie rufen nach der Mutter. Nichts. Dann ein schwacher Hilferuf aus der Ferne. Tomas fährt los und lässt die zurück. Lange blicken Harry und Vera nur in ein weißes Nichts, beginnen nach ihren Eltern zu rufen, bis sich im Nebel allmählich Tomas abzeichnet, der seine Frau ritterlich auf den Armen zurück zu ihrer Familie trägt.

Tag der Abreise: Ein Bus bringt die Feriengäste die steilen Serpentinenkurven hinunter zurück ins Tal. Mats und Fanni sind auch im Bus. Plötzlich stoppt der Fahrer. Er setzt zurück. Beim Blick in den Abgrund und den holprigen Fahrkünsten des Fahrers breitet sich zunehmend Unwohlsein aus: "Können sie bitte etwas vorsichtiger fahren!" schreit Ebba. Der Busfahrer kommt mit dem Fahrzeug nicht zurecht, die nächste Kurve ist abermals abenteuerlich und die Reisegruppe blickt in den Abgrund. Panik breitet sich im Bus aus, Ebba will sofort hinaus. Die Türen öffnen sich, und sie rennt ohne die Kinder raus, die übrigen Passagiere drängen panisch hinterher. Mats fordert Ruhe und sorgt für einen reibungslosen Ausstieg "Frauen und Kinder zuerst." Alle versammeln sich draußen und der Bus verschwindet. Einzig Ebbas Bekannte aus Schweden ist sitzen geblieben. Ein Mann bietet Tomas eine Zigarette an. Er lehnt erst ab, nimmt sie dann doch. Harry läuft an seiner Hand und fragt verwundert: "Rauchst du Papa?" Und Tomas gesteht "Ja, ich rauche!" Gemeinsam steigt die Gruppe hinab ins Tal....

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 31.01.2019


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