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Ich war noch niemals in New York - Plakat zum Film

ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK

(D, 2019)

Regie: Philipp Stölzl
Film-Länge: 120 Min.
 
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 Kino-Start:
 17.10.2019

"Ich war noch niemals in New York" - Handlung und Infos zum Film:


Lisa Wartberg (Heike Makatsch) liebt den Erfolg, Privatleben hat sie keines. Was zählt, ist "Glam! Die Starshow mit Lisa Wartberg": Die TV-Moderatorin ist eine Diva. Selbst als ihre Mutter Maria (Katharina Thalbach) anruft, wird sie von Lisa am Mobiltelefon kurz abgefertigt, während sie mit ihrem Sportwagen Richtung Fernseh-Studio rast und zugleich Anrufe von ihrem Chef und von ihrem Maskenbildner Fred beantworten muss. Dabei will Maria der Tochter zum Geburtstag gratulieren. Sie hat für Lisa extra einen Kuchen gebacken und wünscht sich nichts sehnlicher, als die Tochter an ihrer Seite. Doch die denkt an nichts als ihre Show.

Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber tritt Lisa alles andere als liebeswert auf. Lisas Lieblingssatz: "Ihr seid kein Team ihr seid ein einziges Desaster!" Dahinter steckt nichts als Angst und Unsicherheit. Denn der Senderchef macht Lisa klar, dass ihr Stern wegen der immer geringer werdenden Einschaltquote im Sinken ist. Fred (Michael Ostrowski) bekommt Lisas Unleidlichkeit besonders stark zu spüren. Wenn sie den Geburtstagsstrauß mit "Vielen Dank für die Blumen" quittiert, klingt das zunächst weniger nach Freude als nach einer Ohrfeige. Aber wer genau zuhört, und Fred hört genau zu, spürt die Verletzlichkeit Lisas hinter der kalten Maske des Stars.

Als ihr größter Fan guckt sich Lisas Mutter die Sendung natürlich an. Einsam knabbert sie am Geburtstagskuchen. Wehmütig blickt sie auf Fotos, die Lisa als Baby und Kind zeigen und auch sie selbst, damals, vor der Rente, als sie bei der Post gearbeitet hat. Doch sie hat keine Muße. Der Abwasch wartet. Im Radio singt Udo Jürgens "Ich war noch niemals in New York". Da passiert’s: Maria hat einen Schwächeanfall und fällt um. Diagnose: Schädel-Hirn-Trauma. In der Folge kann sich Maria an nichts mehr erinnern, nicht einmal an ihren eigenen Namen. Als Lisa im Krankenhaus an ihrem Bett steht, erkennt die Mutter sie nicht. Sie weiß nur noch eins: "Ich war noch niemals in New York"! Das will sie ändern: Maria wirft sich einen Trenchcoat über und haut schnurstracks ab. Mit Hilfe eines Truckers, der sie unterwegs aufgelesen hat, kommt sie in den Hafen und schmuggelt sich auf den Luxusliner "Maximiliane".

Dank des Truckers, der die Suchmeldung der Polizei hört, kommen Lisa und Fred Maria auf die Spur. Die fühlt sich derweil als blinde Passagierin ganz wohl auf dem Schiff. Das Motto des fidelen Kapitäns (Stefan Kurt) heißt ja auch "Aber bitte mit Sahne". Inzwischen boarden Axel Staudach (Moritz Bleibtreu) und sein zwölfjähriger Sohn Florian (Marlon Schramm). Florian fällt der Dame am Check-in-Schalter auf, weil er ein Ungetüm von Kaffeedose mit sich trägt. Die Begründung, dass Vater und Sohn nur handgemahlene Bohnen aus Guatemala mögen, nimmt sie amüsiert zur Kenntnis. Doch sie denkt nicht weiter drüber nach. Denn Lisas knallgelber Sportwagen kommt krachend am Kai an.

Lisa und Fred entdecken Maria und wollen sofort mit ihr von Deck. Aber schon legt die "Maximiliane" ab. Lisas Toben führt dazu, dass der Kapitän sie, ihre Mutter und Fred in eine Arrestzelle stecken lässt: Das Trio ist damit auf dem Schiff gefangen. Maria, Lisa und Fred müssen Richtung Big Apple schippern. Der Kapitän verpflichtet die Drei allerdings dazu, sich die Überfahrt zu verdienen. Auch Fred landet unter Deck, wobei dessen Herz zu rasen anfängt als Costa (Pasquale Aleardi) in der Mannschaftskabine vom "Griechischen Wein" schwärmt. Was nicht am Wein liegt, sondern an Costa. Wirklich unbeschwert fühlt sich nur Maria, denn sie sagt sich: "Wenn man nicht mehr weiß, wer man ist, kann man sein, wer man will!" Seelig tanzt sie mit den Matrosen. Alle tanzen – und Costa schaut Fred dabei tief in die Augen.

Lisa, Maria und Fred teilen sich ein Doppelstockbett, er oben, Mutter und Tochter unten. Bequem ist anders. Da haben es die Passagiere in ihren schicken Kabinen besser, etwa Axel und Florian. Die Zwei sind offenbar in einer besonderen Mission unterwegs. Denn nachdem der Vater seinen Sohn liebevoll zu Bett gebracht hat, schaut der Steppke traurig auf die Kaffeebüchse und haucht in deren Richtung "Gute Nacht, Mama."

Lisa und Maria landen neben der resoluten Edita (Andreja Schneider) aus Kroatien in der Putzkolonne. Deren Motto: "Desto klarer die Wasser, umso ho?her die Berg." Heißt: Harte Arbeit steht an. Fred wird von Costa unter dessen Fittiche genommen. Daneben gibt es auch Passagiere, für die ein Arbeitstag beginnt, nämlich Otto (Uwe Ochsenknecht) und James (Mat Schuh). Die beiden Herren in späteren Jahren, so Mitte 60 etwa, machen sich piekfein. Getreu der Devise "Alles, was gut tut" verdingen sie sich nämlich als Unterhalter für allein reisende ältere Damen. Reich kann man damit offenkundig nicht werden, hat aber mit einem Handkuss hier, einem Schwätzchen da und einem Tänzchen dort ein Auskommen. Lisa, Maria und Edita sind derweil fleißig am Putzen. Wobei Lisa einen Laptop in einer Kabine nutzt, um via Skype mit ihrer Redaktion Kontakt aufzunehmen. Was nur kurz gelingt, denn die Besitzer kommen vom Morgenschwimmen zurück – Axel und Florian. Zwischen Lisa und Axel, dem Herrn Professor, Leiter des stochastischen Instituts der Uni Darmstadt, funkt es dabei deutlich. Auch wenn sie sich wie Katz und Maus verhalten, bemerkt Florian sofort, dass sein Vater sich endlich wieder verlieben könnte

Auch zwischen Costa und Fred funkt es. Costa arbeitet als Magier auf dem Schiff und hat Fred zu seinem Assistenten auserkoren, genauer gesagt, zu seiner Assistentin. Otto und James versuchen, bei diversen Damen ein Funkeln auszulösen. Beim abendlichen Tanz wollen sie sich dann so richtig ins Zeug legen. Wie auch Maria, denn sie weiß: "Mit 66 Jahren da fängt das Leben an". In "geliehenen" Kleidern aus dem Fundbüro des Schiffes geht Maria mit Lisa und Edita auf den Ball. Ist es Zufall oder Schicksal, dass sie am selben Tisch landen wie Axel und Florian? Wo sie beinahe vom Kapitän erwischt werden. Doch der Auftritt von Costa und Fred als Magic-Costa mit seiner Assistentin Lady Liberty alias Fred verhindert das. Die Zauber-Show bringt Lisa und Axel eng zusammen, hauteng: Costa wählt sie nämlich als Freiwillige aus, die er verschwinden lässt. Was Maria und Florian mit einem Augenzwinkern kommentieren. Lisa und Axel landen in der Zauberkiste unterm Bühnenboden – und kommen nicht raus. Kein Wackeln und Ruckeln hilft. Sie geraten ins Schwitzen, was nicht nur an der Enge liegt. Über ihnen wird getanzt. Otto und James sind in ihrem Element. Auch Maria und Edita wagen ein Tänzchen, obwohl Maria sich nicht erinnert, ob sie überhaupt tanzen kann. Und während Lisa und Axel in der beklemmend-engen Kiste gegen aufkommende Panik ankämpfen, schliddert Maria direkt in Ottos Arme. Und er ist fassungslos, denn Otto erkennt Sternchen in Maria! Was sie sprachlos macht. Wieso Sternchen? Laut Ottos Erklärung waren sie 1971 ein Paar, damals, als es hieß "Siebzehn Jahr". Es ist nicht sicher, ob das wirklich stimmt, denn Otto flunkert offenbar gern, tut beispielsweise so, als sei er erfolgreich im Immobiliengeschäft tätig und müsse aus beruflichen Gründen nach New York. Sicher ist hingegen: Lisa und Axel versuchen weiter verzweifelt, aus der Kiste zu kommen. Costa und Fred haben die Zwei vergessen. Denn sie sind mit sich selbst beschäftigt. Axel versucht, Lisa mit dem Song "Gib mir deine Angst" zu beruhigen. Während James die Idylle von Maria und Otto stört, finden Lisa und Axel im Gespräch näher zueinander. Axel erfährt, dass Lisa ohne Vater aufgewachsen ist. Er ist allerdings nicht so redselig. Auf die Frage, wo Florians Mutter ist, weicht er aus, sagt nur, sie habe sie verlassen. So vergeht die Zeit, drei Stunden, die Costa und Fred währenddessen in intimer Zweisamkeit verbringen. Die Zwei denken nur an sich. Doch auch sie wollen einander näher kennen lernen: Costa fragt Fred aus. Und so kommt dem dann doch noch Lisa in den Sinn – und damit die Frage, wie die eigentlich wieder aus der Zauberkiste gelangt. Die offenbar eine schöne Wirkung hat: Als Fred Lisa befreit und sich unendliche Vorwürfe macht, reagiert sie nicht mit einem Zornesausbruch, sondern mild und regelrecht vergnügt...

Auch Axel wirkt alles andere als verärgert. Wieder in seiner Kabine schwärmt er im "Gespräch" mit der Kaffeebüchse von Lisa. Offenkundig enthält die Dose die Asche seiner verstorbenen Frau, von der sich Axel nicht lösen kann. Doch Florian weiß Rat. Der Junge setzt auf "Liebe ohne Leiden", rät dem Vater, endlich loszulassen, seinen Gefühlen zu vertrauen, einen Neuanfang zu wagen, von dem auch Otto träumt. Jedenfalls erzählt er James beim Zubettgehen in der gemeinsamen Kabine, dass ihn die Wiederbegegnung mit seinem Sternchen innerlich regelrecht umgekrempelt habe. Maria rät derweil Lisa im unbequemen Bett der Mannschaftskabine, sich auf das Abenteuer Liebe einzulassen. Sie jedenfalls will es mit Otto wagen, obwohl sie sich nicht an eine frühere Zeit mit ihm erinnern kann. Lisa ist skeptisch, doch Maria wagemutig.

Denn wie heißt es so schön: "Zeig mir den Platz an der Sonne". Den haben die Passagiere am nächsten Morgen auf Deck, beim Schachspielen etwa, auf den Sonnenliegen, im Pool. Dort mausern sich selbst noch Damen höheren Semesters zu agilen Wasserballett-Nixen. Manche grübeln auch, zum Beispiel Otto. Und Costa und Fred üben eine neue magische Attraktion ein: Fred als schwebende Jungfrau. Liebe liegt in der Luft. Und beflügelt auch Lisa: Sie traut sich, Axel in seiner Kabine aufzusuchen und zu einer Verabredung am Abend zu überreden. Was nicht viel Überredungskunst braucht. Dafür ist jetzt Freds Kunst als Hair and Make-up-Artist gefragt. Denn Lisa möchte für Axel nicht wie Fernsehstar Lisa aussehen, sondern ganz natürlich. Was für Fred harte Arbeit ist. Da hat er es mit Maria, die sich für Otto hübsch machen lassen möchte, etwas einfacher. Und er leistet ganze Arbeit, zaubert sozusagen. Am Abend traut Otto seinen Augen kaum, er erkennt Maria auf den ersten Blick gar nicht. Der Berufsgigolo ist hin und weg. Maria auch, als er sie zum Stelldichein in die Präsidentensuite führt, bei Kerzenschein, mit romantischer Klaviermusik. Was sie nicht weiß: Ein paar Scheine für den Stewart haben Otto die Tür geöffnet. Er hebt zu einer Erklärung an, "Was ich dir sagen will". Doch Otto kann und will den schönen Schein nicht zerstören. Maria staunt nur: "Otto, du bist einfach zu toll, um wahr zu sein!" Sie ahnt in diesem Moment nicht, wie recht sie hat.

Lisa und Axel treffen sich zur gleichen Zeit am Pool. Unsicher gehen die Beiden aufeinander zu. Sie gestehen sich ihre Ängste ein, sagen sich aber auch "Ich will, ich kann" – und gehen erst mal kräftig baden: Durch ein Malheur landen sie im Pool. Doch ihre aufkeimende Liebe kühlt nicht ab. Ganz im Gegenteil. Maria und Otto sind da schon bei der "Zigarette danach". Auch sie kommen ins Reden, vor allem Otto. Er schwärmt Maria von ihrer gemeinsamen Zeit vor, damals, 1971, von ihren Träumen und Sehnsüchten. Er erzählt von den wilden Stationen seines unsteten Lebens. Wieder schafft er es nicht, sich zu überwinden, und die Wahrheit über sein jetziges Dasein zu enthüllen. Und Maria, Sternchen, schafft es noch immer nicht, sich zu erinnern. Sie weiß keine Antwort auf die Frage, wieso sie damals nicht, wie verabredet, am Bahnhof war...

Am nächsten Morgen entdeckt Florian Lisa und seinen Vater gemeinsam im Bett. Kurz entschlossen ordert er ein Sektfrühstück. Er freut sich auf ein neues Leben zu dritt, im kleinen Häuschen, in Darmstadt. Was Lisa weniger verlockt als dass es sie nervös macht. Soll sie abhauen? Doch der liebevollen Einladung, "Bleib doch bis zum Frühstück", kann sie sich nicht entziehen. Und das führt zu einem Missgeschick: Lisa schüttet versehentlich die Asche von Florians Mutter aus der Kaffeebüchse auf den Kabinenboden. Axel ist geschockt. Und im Schock flutscht ihm ein unbedachtes böses Wort heraus. Lisa fühlt sich tief getroffen und ergreift die Flucht. Grübeln ist angesagt.

Auch James hat einiges zu verdauen. Denn Otto eröffnet ihm, dass er Sternchen reinen Wein einschenken und mit ihr ein neues Leben anfangen will. Was James zweifeln lässt. Wer weiß, was geschieht, wenn Maria die Wahrheit über Ottos Leben erfährt. Und die will er ihr am Abend offenbaren. Doch Maria erfährt sie vorher. Edita weiß nämlich durch den Arbeitsplan, dass die Präsidentensuite auf dieser Reise gar nicht vermietet ist. Lisa hat für all das kaum ein Ohr. Sie ist einfach nur traurig ob der offenbar vertanen Chance. Wie auch Axel und Florian, die sich fragen, welchen Fehler sie gemacht haben, dass sie Lisa verloren haben ehe sie sie ganz für sich gewinnen konnten. Und auch Fred muss eine bittere Pille schlucken: Als er für Costa einen Verlobungsring hervorzaubert, gesteht der ihm, dass er auf Kreta verheiratet ist. An Land kann er nicht zu seiner Sexualität stehen. Er meint, dass würde seine Familie zerstören. Und Ottos Schwindeleien haben Marias Vertrauen zerstört. Sie gibt ihm den Laufpass. Es bleiben nichts als zerbrochene Herzen, offenbar getäuscht von "Illusionen" – ausgerechnet als die "Maximiliane" ihr Ziel New York erreicht und die meisten Passagiere freudig die Freiheitsstatue begrüßen...

Es heißt für alle, von Bord zu gehen. Heißt das auch, dass alle wieder in ihren gewohnten Bahnen gehen? Doch New York, die Stadt, die niemals schläft, ist bekanntlich immer für Überraschungen gut. Die erste ist, dass Maria ihr Gedächtnis wiederfindet. Und es folgen noch so einige andere. Können Lisa, Maria, Otto, Axel, Florian, Fred und Costa das Glück einfangen? Das ist bis kurz vor Toresschluss keineswegs sicher. Sicher ist allein, was Udo Jürgens schon so klug besungen hat: "Immer wieder geht die Sonne auf"...

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 09.10.2019


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