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Das brandneue Testament - Plakat zum Film

DAS BRANDNEUE TESTAMENT

("Le tout nouveau testament")
(B/F/LUX, 2015)

Regie: Jaco van Dormael
Film-Länge: 105 Min.
 
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 Kino-Start:
 03.12.2015

 DVD/Blu-ray-Start:
 07.04.2016

 Free-TV-Start:
 18.12.2019

"Das brandneue Testament" - Handlung und Infos zum Film:


Am Anfang war Éa (PIli Groyne), die Tochter Gottes, und sie erzählt mit ihren eigenen Worten, wie es sich mit der Schöpfung wirklich zugetragen hat.

Gott (Benoit Poelvoorde) schuf nämlich nicht zuallererst das Paradies oder Adam und Eva, sondern Brüssel. Und weil ihm nichts Besseres einfiel, bevölkerte er es mit wilden Tieren. Allerdings erkannte er ziemlich schnell, dass es irgendwie doof ist, wenn Hühner im Kino sitzen oder Tiger vom Bett aus Fernsehen. Also, erzählt Éa weiter, erschuf er den Menschen nach seinem Ebenbild. Was wiederum nur schiefgehen konnte, denn Gott ist kein weiser alter, freundlicher Mann mit Rauschebart, sondern ein übel gelaunter Tyrann, der sich meist langweilt, im Morgenrock durch die Wohnung schlurft und Frau und Tochter gängelt, wenn er nicht gerade am Computer sitzt und sich kleine, fiese Gebote ausdenkt, die der Menschheit das Leben schwermachen sollen. Gottes Frau (Yolande Moeau) deckt den Tisch immer noch für vier Personen, was Gott regelmäßig zu der zynischen Bemerkung veranlasst: "Davon kommt er auch nicht zurück!" Sohn Jesus Christus hat sich nämlich längst aus dem Staub gemacht. Inzwischen steht er als kitschige Jesusfigur auf einem Schrank und wird dort von seiner Mutter regelmäßig liebevoll abgestaubt. Éa hingegen sucht immer wieder mal seinen Rat. Dafür steigt er extra vom Kreuz und sitzt in Lebensgröße auf dem Schrank

Eines Tages lässt Gott versehentlich die Tür zu seinem Büro offen stehen, und Éa nutzt die Gelegenheit, diesen geheimnisvollen Raum trotz strengen Verbots zu betreten. Doch was sie auf Gottes Computerbildschirm sieht – Menschen, die in seinem Namen leiden –, macht sie nur wütend. Als ihr Vater dahinter kommt, dass sie in seinem Allerheiligsten herumgeschnüffelt hat, rastet er aus und bringt damit das Fass zum Überlaufen: Éa beschließt abzuhauen. Auf der Erde will sie es besser machen als ihr Vater – doch vorher muss sie noch etwas erledigen: Sie will Gott so richtig wehtun und sich für all das Leid revanchieren, das er ihr und ihrer Mutter angetan hat.

Éa berät sich kurz mit JC – der sie auffordert, nach sechs weiteren Aposteln zu suchen, und ihr verrät, wie man die Wohnung trotz fehlender Haustür verlassen kann (über den 40-Grad-Waschgang öffnet sich in der göttlichen Waschmaschine eine Schleuse, die auf die Erde führt) – und klaut ihrem Vater, der ein Mittagsschläfchen hält, den Schlüssel zu seinem Büro. Dort öffnet sie einen der unzähligen Karteikästen, die sich bis unter die endlos hohe Decke stapeln, schnappt sich wahllos sechs Karteikarten und begeht, kurz bevor sie durch die Waschmaschine verschwindet, den größten Frevel überhaupt: Sie verschickt per SMS an jeden Menschen auf dem Planeten sein jeweiliges, von Gott vorgegebenes Todesdatum. Diese "Death Leaks", wie es schon bald in den Medien heißt, verändern das Leben der Menschheit von Grund auf: Kriege und Konflikte enden plötzlich, und die meisten Leute beschließen spontan, ihrem Leben wenn schon keinen neuen Sinn, so doch eine neue Richtung zu geben.

Als Gott dahinter kommt, was Éa verbrochen hat, heftet er sich sofort an ihre Fersen. Das kleine Mädchen ist inzwischen in einem Brüsseler Waschsalon angekommen und macht noch in derselben Nacht die Bekanntschaft eines freundlichen Clochards namens Victor (Marco Lorenzini). Obwohl er skeptisch ist, was ihre hochfliegenden Pläne angeht ("Du kannst keine Wunder vollbringen? Dann wirst du’s hier nicht weit bringen!"), erklärt er sich schließlich bereit, für sie die Geschichten des brandneuen Testaments aufzuschreiben, die sie sich von den sechs noch zu findenden Aposteln erhofft. Als erstes treffen die beiden auf Aurélie (Laura Verlinden), eine wunderhübsche junge Frau, die einen Arm verloren hat und deshalb überzeugt ist, dass kein Mann sie je lieben könnte. Jean-Claude (Didier de Neck) ist der zweite potentielle Apostel, ein trauriger Supermarktangestellter, der in der Sekunde, als er erfährt, wie lang er noch zu leben hat, den verhassten Job hinwirft und einem kleinen Vogel auf seinem Weg an den Polarkreis folgt.

Unterdessen ist Gott via Waschmaschine und Waschsalon ebenfalls in Brüssel angekommen. Dort findet er zunächst in einer Kirche Zuflucht, wo gerade Essen an Bedürftige ausgegeben wird.

Marc (Serge Lariviere) heißt der dritte Apostel, den Éa ausfindig macht. Es handelt sich um einen Mann mittleren Alters, der von klein auf vom Sex besessen ist. In dem Tonstudio, in dem er als Synchronsprecher für Pornos arbeitet, trifft er seine große Kindheitsliebe wieder, die keineswegs abgeneigt ist, ihn endlich näher kennenzulernen.

Apostel vier heißt François (Francois Damiens) und ist ein Versicherungsvertreter, der ein Faible fürs Morden hat und sich ein Gewehr besorgt. Ein schlechtes Gewissen hat er nicht, denn sollte jemand sterben, wenn er auf ihn schießt, stand es ja so geschrieben und ist mithin nicht seine Schuld.

Während Gott in der Kirche eine Schlägerei provoziert, weil er sich bei der Essensausgabe vorgedrängelt hat, und so hemmungslos über Jesus Christus lästert, dass der Priester, der ihm zunächst wohlwollend sein Ohr schenkt, schließlich ausrastet, trifft Éa auf Apostel Nummer fünf. Es handelt sich um die nicht mehr ganz junge Martine (Catherine Deneuve), die von ihrem Mann vernachlässigt wird. Ihr Versuch, durch einen jugendlichen Lover, den sie auf der Straße aufgabelt, sich ein bisschen Liebe ins Haus zu holen, geht ordentlich daneben. Martine hat nur noch fünf Jahre zu leben, ihr Gatte 39. Als er davon erfuhr, erzählt sie Éa, "schien er erleichtert". Éa besitzt die Gabe zu hören, welche Musik in den Herzen ihrer neuen Freunde spielt: Bei Martine ist es Zirkusmusik. Also auf zum nächsten Zirkus, wo Martine sich in einen Riesengorilla verliebt, der schon bald Tisch und Bett mit ihr teilt. Auch Aurélie und der Killer kommen auf wundersame Weise zusammen – immerhin will er sie zunächst erschießen.

Rein zufällig ist allerdings die Begegnung zwischen Gott, der nichts lieber möchte, als nach Hause zurückzukehren, wo er seine Ruhe hat, und Éa, die zusammen mit Victor nach Apostel sechs sucht. "Ich hab keine Angst mehr!", ruft das kleine Mädchen, als ihr Vater die fürchterlichsten Drohungen ausstößt. Dann macht sie auf dem Absatz kehrt und wandelt fluchtartig mit ihrem Begleiter und Chronisten Victor übers Wasser. Gott hetzt ihr hinterher, doch als er einen Fuß auf die Oberflächliche setzt, stürzt er ins Wasser und taucht erbärmlich unter. Apostel sechs entpuppt sich als Willy (Romain Gelin), der seinen Eltern offenbart, lieber ein Mädchen sein zu wollen, nachdem er von seiner Du-hast-noch-54-Tage-zu-leben-Frist erfuhr. Inzwischen geht er im roten Kleid zur Schule, und Éa und der gleichaltrige Junge werden im Nu dickste Freunde. Sie beschließen, zum Sterben ans Meer zu fahren. Noch viel weiter weg, am Polarkreis, ist Jean-Claude angelangt, wo ihn eine Eskimofrau begrüßt. Weniger freundlich geht man allerdings mit Gott um, der patschnass ohne Papiere aufgegriffen und nach Usbekistan ausgewiesen wird.

An Willys vermeintlichem Todestag begleiten die fünf Apostel sowie Victor, der Gorilla und Marcs alte neue Freundin die beiden Kinder an die Küste. Doch hier ist die Hölle los, denn der kleine Junge ist nicht der einzige, der es für eine gute Idee hielt, am Meer zu sterben. Obwohl er sich anscheinend damit abgefunden hat, fragt er Éa: "Kann man an dem Todesdatum wirklich nichts ändern?" Gottes Tochter zuckt traurig mit den Achseln und meint, JC habe ihr zwar gesagt, dass etwas ganz Entscheidendes passieren werde, wenn es schließlich 18 statt der 12 Apostel gibt: "Aber da hat er sich wohl vertan."

Doch man sollte die Rechnung nie ohne die Wirtin machen, nämlich Éas Mutter, die Gottes Abwesenheit zum Hausputz – endlich auch in seinem Büro – nutzt und dabei ein paar Stecker zieht und wieder einstöpselt. Auch den von Gottes deaktiviertem Computer…

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 31.01.2019


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