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Was uns nicht umbringt - Plakat zum Film

WAS UNS NICHT UMBRINGT

(D, 2018)

Regie: Sandra Nettelbeck
Film-Länge: 129 Min.
 
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 Kino-Start:
 15.11.2018

 DVD/Blu-ray-Start:
 03.05.2019

"Was uns nicht umbringt" - Handlung und Infos zum Film:


Genau dieser graue, zottelige Streuner soll es sein. Also nimmt Max (August Zirner) ihn mit aus dem Tierheim: Keiner soll allein sein. Bei prasselndem Regen sitzt er in seinem Auto, den Hund auf der Rückbank. Glücklich wirkt der Psychotherapeut nicht, der stets anderen Menschen hilft, aber ratlos ist, was er mit seinem Leben anfangen soll: Seit längerem ist er bereits von seiner Ehefrau Loretta (Barbara Auer) getrennt, der er weiterhin freundschaftlich verbunden ist. Immerhin geht es darum, die gemeinsamen Töchter, die 16-jährige Eleonor (Leonie Hämer) und ihre jüngere Schwester Esther (Marie Jecke), so gut zu erziehen, wie das bei aufmüpfigen Teenagern eben möglich ist. Die beiden Mädchen haben sich gerade gegen Mama verbündet, die sich wünschen würde, dass der phlegmatische Max sich etwas mehr engagiert. Überhaupt hadert Loretta mit ihrem Leben. Dass der Wasserhahn sich einfach nicht reparieren lassen will und sich ständig nach links dreht, ist noch das kleinste Hindernis. Sie hat noch einmal ein Medizinstudium begonnen und gleich eine Beziehung mit ihrem Dozenten Fabian (David Rott) angefangen, der auf mehr drängt. Nur kann sie sich nicht darauf einlassen und sucht Rat bei Max, der es jedoch für keine gute Idee hält, seine Ex-Frau zu therapieren.

Max hat nicht nur sein eigenes Päckchen zu tragen. Als Psychotherapeut ist er zudem unentwegt konfrontiert mit den Problemen und Krisen anderer Menschen. Zu seinen Patienten gehört der einsilbige Ben (Mark Waschke), der einen schweren Schicksalsschlag zu verkraften hat, sich aber nicht in die Karten schauen lässt. Nur mit Panama, so hat Max den Streuner aus dem Tierheim genannt, baut er eine so besondere Beziehung auf, dass die Therapiestunden bald schon nicht mehr auf der Couch stattfinden, sondern beim gemeinsamen Gassigehen.

Auch Sophie (Johanna ter Steege) besucht die Praxis von Max regelmäßig – ebenso regelmäßig kommt die immer gehetzt und leicht unter Strom stehende Soundkünstlerin zu spät. Sie leidet unter ihrer Beziehung mit David (Peter Lohmeyer), der aus einer früheren Ehe einen jugendlichen Sohn hat, Lars (Kristo Ferkic), und nicht bereit ist, sich wirklich auf ein Leben mit Sophie einzulassen. Immer wieder kommt es zum Streit zwischen den beiden, immer wieder kommt Sophie doch wieder zu David zurück. Insgeheim weiß sie, dass er nicht gut für sie ist. Aber weil sie Angst hat vor dem Vergessenwerden, verdrängt sie diese Erkenntnis.

Als Max seine Tochter zur Probe des Schulorchesters bringt, trifft er auf Sophie, die ihrerseits Lars abgeliefert hat, zu dem sie ein inniges Verhältnis aufbaut. Max und Sophie gehen einen Kaffee trinken. Auf Anhieb haben sie einen gemeinsamen Draht. Max fühlt sich zu Sophie hingezogen, zögert aber, weil er es mit seinem beruflichen Ethos nicht in Einklang bringen kann, Gefühle für eine Patientin zu hegen.

Zu Max’ Patienten gehört außerdem das Geschwisterpaar Mark (Christian Berkel) und Henriette (Victoria Meyer), die in einem fast symbiotischen Verhältnis miteinander koexistieren. Mark leitet ein Bestattungsunternehmen, hat aber im Lauf seines Lebens so viel Trauer gesehen und Trost gespendet, dass er sich künftig endlich einmal selbst in den Mittelpunkt seines Lebens stellen will. Was bisher fast ausschließlich die Aufgabe der neugierigen und zur Hypochondrie neigenden Henriette ist, die immer befürchtet, Mark könne an einer folgenschweren Krankheit darben.

In seinem Bestattungsunternehmen lernt Mark die Schriftstellerin Isabelle (Deborah Kaufmann) kennen, die ihre eigene Beerdigung plant. Seit dem Tod ihres Freundes, ein Kriegsfotograf, der in Syrien bei einem Bombenangriff ums Leben kam, hat sie keine Zeile mehr geschrieben und jegliche Lebenslust verloren. Besonders setzt ihr zu, dass seine Leiche nie gefunden wurde. Sie hat sich in seinem Fotoatelier verschanzt, hört immer wieder einen alten Anruf an und kann einfach nicht mit der Vergangenheit abschließen.

Ein nächster Schritt im Leben erscheint auch Fritz (Oliver Broumis) unmöglich. Der Pilot, ebenfalls ein Patient von Max, ist am Boden zerstört, dass sein Lebensgefährte, der Amerikaner Robert, der seit 13 Jahren die Liebe seines Lebens ist, im Krankenhaus im Sterben liegt – er hat eine aggressive Form von Blutkrebs, seine Überlebenschancen sind gleich null. Fritz weiß das. Und es lähmt ihn auf eine Art, die ihn in eine schwere Depression treibt. Er kann seinen Beruf nicht mehr ausüben, weil er plötzlich an Flugangst leidet, und muss sich mit Roberts ignoranter Familie auseinandersetzen, die nicht akzeptieren kann, dass Robert ein glückliches Leben als schwuler Mann geführt hat.

Auf eine Krise steuern auch Hannes (Bjarne Mädel) und die autistisch veranlagte Sunny (Jenny Schily) zu. Seit Jahren arbeiten die beiden gemeinsam im Pinguin-Gehege des Zoos, und es herrscht eine unausgesprochene Liebe und Vertrautheit zwischen den beiden, die auf eine Belastungsprobe gestellt wird, als Hannes erfährt, dass Sunnys Stelle wegrationalisiert werden soll. Aus Angst um ihre Zukunft lässt Hannes sich an ihrer statt entlassen, erzählt ihr aber nichts davon. Maßlos enttäuscht, Hannes habe sie im Stich gelassen, bricht Sunny jeglichen Kontakt zu ihm ab und reagiert auf keinen seiner Versuche, sich ihr wieder zu nähern. Doch als sie feststellt, dass sie von der einzigen Liebesnacht mit Hannes nach einer Betriebsfeier schwanger ist, muss sie entscheiden, wie es weitergehen soll. Eine Entscheidung, vor der alle Beteiligten stehen. Fragt sich nur, wer den Mut dazu hat, das Rad in Bewegung zu setzen...

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 31.01.2019


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