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West Side Story - Plakat zum Film

WEST SIDE STORY

("West Side Story")
(USA, 2021)

Regie: Steven Spielberg
Film-Länge: 156 Min.
 
  


 Kino-Start:
 09.12.2021

"West Side Story" - Handlung und Infos zum Film:


In der Rangliste der unglücklichsten Liebespaare folgen Tony und Maria kurz hinter Romeo und Julia – teilen sie doch nicht zufällig ein ähnliches Schicksal. 1957 ließ sich Musical-Produzent Jerome Robbins von William Shakespeare inspirieren und verlegte die tragische Geschichte zweier Liebender aus rivalisierenden Gesellschaftsgruppen ins (damals) moderne New York. Musik und Songtexte von Leonard Bernstein und des Ende 2021 verstorbenen Stephen Sondheim und nicht zuletzt die mit Oscars überschüttete Verfilmung aus dem Jahr 1961 taten ihr Übriges. "West Side Story" wurde zu einem der Musical-Klassiker.

Braucht es da 60 Jahre später eine Neuverfilmung als Weihnachts-Blockbuster? Nein, selbst von einem Star-Regisseur wie Steven Spielberg nicht, schien spätestens nach Ansicht von ein bis zwei wenig aufregenden Trailern klar. Umso überraschender ist das gelungene Resultat!

Musikalisch funktionieren die Bernstein'schen Ohrwürmer ("Tonight", "America", "I Feel Pretty", "Somewhere"…) wie eh und je. Zum mitreißenden Leinwanderlebnis werden sie einmal mehr durch energiegeladene Straßengang-Choreographien und hinreißende Darsteller. Es punkten vor allem die starken Frauen: YouTuberin Rachel Zegler spielte die Maria als Teenagerin schon auf einer kleinen Bühne in New Jersey und legt hier ihr charmantes Leinwanddebüt hin. An ihrer Seite überzeugt Ariana DeBose ("The Prom") als Marias impulsive Schwägerin Anita. DeBose könnte bei den nächsten Oscars in der Nebendarstellerinnen-Kategorie tatsächlich gegen Rita Moreno antreten, die vor 60 Jahren für dieselbe Rolle ausgezeichnet wurde – und nun mit an die 90 in der Neuverfilmung eine neue Figur auf den Leib geschrieben bekam (und den berührendsten Song singen darf).

Es sind kleine Änderungen wie diese, die die neue "West Side Story" nicht nur handwerklich gelungen, sondern zeitgemäß relevant machen. Drehbuchautor Tony Kushner ("Angels in America") widerstand der naheliegenden Versuchung, die Handlung in die Gegenwart zu verlegen. Stattdessen arbeitet er deutlicher die Konflikte heraus, die schon im Amerika der 50er Jahre verankert waren und noch Jahrzehnte später Nationen spalten. Wenn die "Verlierer" von Profitgier und Gentrifizierung aufeinander losgehen, ist es egal, ob es Weiße gegen Latinos oder Trump-Hinterwäldler gegen Black-Lives-Matter-Demonstranten sind. Auch Themen wie die Diskussion um Schusswaffen oder die Identitätssuche eines Trans-Charakters gab es schon 1957 – und werden hier noch einmal deutlicher in den Fokus gerückt.

Das ist weniger aufgesetzt und verkopft als es klingt, zumal Kushner und Spielberg auch der zentralen Romanze mehr Raum geben. Maria und Tony (Ansel Elgort, "Baby Diver") dürfen richtig flirten und haben ein erstes Date. Die Chemie stimmt. Vor allem, wie in der legendären Balkon-Szene diesmal mit Distanz und Annäherung gespielt wird, ist wirklich umwerfend.

Die schönsten Weihnachtsgeschenke sind die, von denen man sich sicher war, dass man sie nicht braucht – und von denen man dann doch begeistert ist.

Fazit: Tolle Neuinszenierung des Musical-Klassikers – zeitlos schmissig, subtil modernisiert.


Die Redaktions-Wertung:85 %

Autor/Bearbeitung: Martin Günther

Update: 03.12.2021


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