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Die schwarzen Brüder - Plakat zum Film

DIE SCHWARZEN BRüDER

(D/CH, 2013)

Regie: Xavier Koller
Film-Länge: 103 Min.
 
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 Kino-Start:
 17.04.2014

 DVD/Blu-ray-Start:
 23.10.2014

 Free-TV-Start:
 16.12.2015

"Die schwarzen Brüder" - Handlung und Infos zum Film:


In bitterster Armut wächst der zwölfjährige Giorgio (Fynn Henkel) im 19. Jahrhundert in der Bergwelt des Tessin auf. Die Familie lebt von der Hand in den Mund und kann überhaupt nur deshalb überleben, weil auch die Mutter (Sabine Timoteo) beim beschwerlichen Tagwerk hilft. Trotzdem ist Giorgio zufrieden, schließlich hat er ein behütetes Leben in der Natur, bei dem Familienzusammenhalt großgeschrieben wird. Doch die Idylle, so bescheiden sie auch sein mag, ist nicht von Dauer. Giorgio wird Zeuge, wie seine Mutter ein kleines Zicklein vor dem Angriff eines Adlers beschützen will. Dabei rutscht sie aus und stürzt den Abhang hinunter. Blutverschmiert bleibt sie schwerverletzt liegen.

Ein düster aussehender Fremder mit einer großen Narbe im Gesicht (Moritz Bleibtreu) hilft, die Frau in die Hütte der Familie zu tragen. Die Mutter hat Glück im Unglück: Sie hat sich nur das Fußgelenk gebrochen. Das bedeutet aber auch, dass sie wochenlang ausfallen wird. Die Existenz der Familie ist bedroht. Die Sorgenfalten auf der Stirn des Vaters (Leonardo Nigro) sind tief. Er weiß nicht, wie er den Arzt bezahlen soll. Wenn seine Frau aber nicht behandelt wird, besteht die Gefahr, dass sie lahm bleibt. Trotzdem lehnt der Vater empört ab, als der Mann mit der Narbe ihm Geld für Giorgio anbietet, damit er den Jungen nach Mailand mitnehmen kann. Das kommt nicht in Frage, stellt er kategorisch fest. Ein paar Tage später ist sich der Vater schon nicht mehr ganz so sicher: Die Lage ist prekär. Gegen den Protest seiner Frau lässt er sich mit einem schönen Batzen Geld auszahlen. Giorgio muss mit dem Mann mit der Narbe mitgehen.

Schnell stellt Giorgio fest: Er ist nicht der einzige Junge. Eine ganze Gruppe von Buben hat der Fremde, der auf den Namen Antonio Luini hört, zusammengesammelt. Nun will er mit ihnen in einem Boot über den Lago Maggiore setzen. Kaum sind sie losgefahren, bricht ein Unwetter los. Ein Blitz schlägt im Boot ein, das kurz darauf untergeht. Fast alle Jungen ertrinken. Neben Luini und Giorgio können sich nur drei weitere Kinder retten, unter ihnen Alfredo (Oliwer Ewy), mit dem sich Giorgio schnell anfreundet. Die Laune von Luini ist miserabel: Er hat viel Geld für die Jungen hingelegt und wird jetzt nur vier von ihnen in Mailand weiterverkaufen können – ein verheerendes Verlustgeschäft. Auf dem Markt bietet er die Burschen Kaminfegern an, die ihm die Ware förmlich aus der Hand reißen.

Die Kaminfeger brauchen die Jungs für schwere, teilweise sogar lebensgefährliche Arbeit. Sie sollen in die engen Kamine der Stadt kriechen, die meistens immer noch brennend heiß sind, und sie mit notdürftig mit Lumpen verbundenen Händen von Ruß und Schmutz befreien. Eine Knochenarbeit. Teilweise lodert unten sogar noch das Feuer, während sie sich hustend nach oben arbeiten. Giorgio wird an den sympathischen Meister Rossi (Waldemar Kobus) verkauft, der es im Grunde gut meint mit dem Jungen. Aber bei Rossi zu Hause wartet seine misslaunige Frau (Catrin Striebeck), die eindeutig die Hosen anhat, und deren durchtriebener Sohn. Giorgio darf nicht mit am Tisch sitzen und er muss in einem dreckigen Bretterverschlag im Erdgeschoss des Hauses schlafen.

Aber immerhin erhascht er einen Blick auf Rossis Tochter Angeletta (Ruby O. Fee), ein bildschönes, kränkelndes Mädchen, das zumeist ans Bett gefesselt ist. Sie wird bis auf weiteres der einzige Lichtblick in Giorgios bemitleidenswerter Existenz sein: Wann immer es sich einrichten lässt, treffen sich die beiden heimlich und Angeletta bringt Giorgio Lesen und Schreiben bei.

Die Arbeit verlangt Giorgio das Letzte ab. In den Straßen wird er von der Jugendbande des Viertels, den "Wölfen" angepöbelt, die keine Konkurrenz dulden. Aber immerhin lernt Giorgio auch den verständnisvollen Pater Roberto (Richy Müller) kennen, der sich für die Jungs einsetzt und sich alle Mühe gibt, ihr Schicksal zu mildern. Und dann klettert Giorgio erstmals ganz den Kamin hoch. An der Spitze steigt er aus der engen Öffnung… und über den Dächern von Mailand bietet sich ihm ein Blick, der vielen Menschen vorenthalten bleibt.

Oben auf den Dächern trifft er seinen Freund Alfredo wieder, der ebenfalls unter der Knute eines Schornsteinfegers zu leiden hat. Aber der hat sich bereits zu helfen gewusst: Mit anderen Leidensgenossen hat er den Bund der „Schwarzen Brüder“ gegründet. Giorgio schließt sich ohne großes Zögern an. Unten, in den Katakomben der Stadt, treffen sich die Jungen, wann immer es ihre äußerst knapp bemessene Zeit zulässt. Zusammen fühlen sie sich stark, gemeinsam lässt sich auch das schwere Schicksal ertragen und die Ungewissheit, ob man die eigene Familie jemals wieder sehen wird. Und natürlich ist der Zusammenhalt auch hilfreich, wenn man den "Wölfen" die Stirn bieten und hin und wieder ein Schnäppchen schlagen will.

Gemeinsam nehmen es die "Schwarzen Brüder" gegen alle Anfeindungen und Ungerechtigkeiten auf. Zusammen schmieden sie einen Plan: Sie wollen aus ihrem Elend ausbrechen und wieder zurück in ihre Heimat. Die Unterstützung von Pater Roberto ist ihnen dabei gewiss. Doch ihr Vorhaben ist nicht so einfach wie geplant, denn Antonio Luini, der Mann mit der Narbe, taucht wieder auf und hat noch ein paar Rechnungen offen…

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 31.01.2019


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