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Ein leichtes Mädchen - Plakat zum Film

EIN LEICHTES MäDCHEN

("Une fille facile")
(F, 2019)

Regie: Rebecca Zlotowski
Film-Länge: 92 Min.
 
  


 Kino-Start:
 12.09.2019

"Ein leichtes Mädchen" - Handlung und Infos zum Film:


Die Schule ist vorbei – und das ganze Leben liegt noch vor ihr. Doch was Naïma (Mina Farid) damit anfangen soll, weiß sie nicht so recht. Gedanken über ihre Zukunft schiebt sie lieber erst einmal noch weit von sich. Überraschend taucht dann zu ihrem 16. Geburtstag auch noch ihre ältere Cousine Sofia (Zahia Dehar) aus Paris in Cannes auf – eine lasziv-offenherzige junge Frau, die Naïma fasziniert, weil sie so viel welterfahrener wirkt als sie selbst. Vor kurzem ist Sofias Mutter gestorben, und das geht ihr näher, als sie offen zugibt. Hinter der perfekt geschminkten Fassade einer Mini-Bardot trauert eine junge Frau. Naïma spürt, wie verletzlich und sensibel ihre Cousine eigentlich ist, das lässt ihre Zuneigung für sie aber nur noch größer werden.

Während Naïmas Mutter jeden Morgen in aller Frühe zu ihrem Hausmädchenjob in einem Luxushotel aufbricht, kommen Naïma und Sofia kaum aus den Federn. Wenn sie überhaupt Pläne machen, dann bestehen diese darin, die warmen Tage zu vertrödeln und sich treiben zu lassen. Sie gehen schwimmen, liegen träge in der Sonne und wehren die plumpen Flirtversuche gleichaltriger Jungs ab. Was Sofia wirklich interessiert, wird deutlich, als sie vom Strand aus eine Luxusjacht ins Auge fasst, die vor der Küste kreuzt. Dass die beiden Männer an Bord ihrerseits in Richtung Strand und Sofia starren, entgeht ihr nicht. "Sie gehöre zu den Frauen, die nicht darauf warten, dass etwas passiert, sondern die Dinge selbst in die Hand nehmen", lässt sie Naïma wissen.

So ist es wohl auch kein Zufall, dass Sofia und Naïma am selben Abend durch den Hafen von Cannes bummeln, wo die protzigen Jachten der Schönen und Reichen direkt an der Promenade liegen, mit den Hinterdecks zum Kai, damit das Fußvolk glotzen und den Menschen an Bord beim Essen oder Sonnenbaden zuschauen kann. Sofia entdeckt die beiden Männer, die sie nachmittags an Deck der "Winning Streak" ins Visier genommen hatten, und winkt ihnen zu – Andres (Nuno Lopes), ein brasilianischer Multimillionär, und seine rechte Hand Philippe (Benoit Magimel), ein Franzose, der sich selbst als dessen Sklaven bezeichnet und dem ganzen Luxusleben wenig abzugewinnen scheint. "Was hast du nur davon, dass die Leute dir zusehen, ist doch ein bisschen wie im Zoo", will er von Andres wissen. "Warum denn nicht?", lautet dessen Antwort. "Es macht ihnen Spaß – und mir auch ein bisschen."

Wenig später treffen sich alle in einem Nachtclub wieder. Hingerissen und belustigt zugleich beobachtet Andres, wie Sofia in einem Nichts von Kleid einen Karaoke Song über "Liebe am Strand" zum Besten gibt. Die Nacht ist jung, und so feiert man auf der Jacht weiter: Champagner fließt in Strömen, Sofia steigt nackt in den Whirlpool, und als Andres ihr mit den Worten "Komm, wir wärmen uns auf" ein Badetuch um die Schultern legt, ahnt Naïma, worauf das Ganze hinauslaufen wird.

Am nächsten Morgen hat Sofia kein Geld, um ihr Frühstückscroissant in einem Strandcafé zu bezahlen. Sie schleppt Naïma dennoch anschließend mit in eine Luxusboutique. Dort kauft sie für sich ein Armband und für Naïma eine Uhr, die ihr nicht unbedingt gefällt, aber teuer ist – "geht aufs Konto von Monsieur Andres Montero", sagt Sofia zur Verkäuferin, als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt. Naïma weiß nicht, was sie von alldem halten soll. Einerseits kommt ihr das alles sehr befremdlich vor, auf der anderen Seite ist sie fasziniert von dem Einblick, den sie – Sofia sei Dank – in die Welt der oberen Zehntausend bekommt. Und sie lernt schnell: Anderntags tauscht sie die Uhr gegen eine Chanel-Handtasche ein – nicht mal im Traum hätte sie gedacht, je so etwas Edles zu besitzen. Abends sind die beiden von Andres zum Essen mit anderen Freunden eingeladen, und das ausgerechnet in dem Luxushotel, in dem Naïmas Mutter arbeitet. Sie kennt die meisten Kollegen ihrer Mutter und fühlt sich während des Dinners sichtlich unwohl, spürt die missbilligenden Blicke der Köche und Kellner, die sich fragen, was das Mädchen aus bescheidenem Hause inmitten dieser feiersüchtigen, reichen Clique zu suchen hat, die sich nichts dabei denkt, nach dem Dessert bekleidet in den Pool zu springen.

Während Sofia die Nacht erneut an Bord der "Winning Streak" verbringt, schläft Naïma diesmal zu Hause. Doch sie soll am nächsten Tag wieder zur Jacht kommen, mit Badesachen und Sonnenhut für Sofia, weil Andres mit den beiden einen Bootsausflug unternehmen will. In letzter Sekunde fällt Naïma ein, dass an diesem Tag das Casting ansteht, für das ihr bester Freund Dodo (Lakdhar Dridi) sich angemeldet hat und bei dem sie ihn unterstützen sollte. Doch sie entscheidet sich dafür, Dodo im Stich zu lassen, und macht sich auf den Weg zum Hafen.

Türkisblaues Wasser, warmer Seewind, Andres, der gut gelaunt Gitarre spielt, und Bedienstete, die Sofia und Naïma jeden Wunsch von den Augen ablesen, sie aber trotzdem unterschwellig ihre Verachtung spüren lassen: Die Stunden auf dem Wasser vergehen wie im Flug, genau wie der Lunch-Besuch in der Villa einer mit Andres befreundeten Kunstsammlerin, deren honigsüße Arroganz Sofia beim Essen selbstbewusst pariert. Unterdessen ignoriert Naïma – trotz schlechten Gewissens – so gut es geht die zahlreichen Anrufe von Dodo. Zurück auf der Jacht nimmt der entspannte Tag eine unerwartet dramatische Wendung. Völlig unvermittelt werden Sofia und Naïma beschuldigt, einen wertvollen Sextanten gestohlen zu haben, und entwürdigend von Bord gewiesen...

Autor/Bearbeitung: Frank Ehrlacher

Update: 18.09.2019


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